Sinnespfad

Sinnespfade kennt ihr bestimmt aus Parks oder anderen Anlagen. Wie der Name schon verrät, könnt ihr diesen Pfad mit allen Sinnen erkunden. Solch einen Pfad, kann man wie so Vieles, easy selbstmachen. 

Um alles um uns herum zu erkunden, benutzen wir unsere Sinne – und das schon mit dem Tag der Geburt – Sehen, schmecken, riechen, hören und fühlen. Um alle Sinne gezielt anzusprechen, eignet sich ein Sinnespfad hervorragend. 

Materialien, wie Kieselsteine, Rindenmulch, Tannenzapfen oder Erde können gefühlt werden. Raschelndes Laub eignet sich für das gezielte Zuhören. Wildkräuter sprechen den Geruchssinn an und Küchenkräuter können geschmeckt werden. 

Ihr könnt euren Sinnespfad als Aktivität für ein paar Tage aufbauen, aber auch als festen Bestandteil eures Gartens. Dann solltet ihr euch allerdings nochmal informieren, welche Materialen (besonders im Hinblick auf die Begrenzungen) auch wirklich witterungsbeständig sind. 

Aber nicht nur die Sinne können so geschult werden. Ein Barfußpark bietet noch zahlreiche weitere Vorteile:

  • Die sensomotorischen Erfahrungen prägen die gesamte Entwicklung, da bei allen körperlichen, emotionalen und geistigen Lernprozessen Sinneswahrnehmungen und Bewegung miteinander verbunden sind 
  • Sinneserfahrungen verbessern die Denkfähigkeit und bilden die Grundlage für komplexe Denkprozesse 
  • Fördert das Koordinationsvermögen der Kinder 
  • Frühe Körpererfahrungen prägen das Selbstbild des Kindes
  • Fördert den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder 
  • Fördert die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Stimuliert die Fußsohlen
  • Wirkt beruhigend 
  • Steigert das Wohlbefinden und die innere Balance
  • Ist eine intensive Erfahrung mit der Natur 
  • Die Vorbereitung und der Bau des Pfades fördern Fähigkeiten, wie Teamwork Planung, Hand-Auge-Koordination, um nur ein paar Fähigkeiten zu nennen
  • Die Nutzung eines selbstgemachten Pfades macht die Kleinen natürlich besonders stolz 
  • Der Bau und auch die Nutzung des Pfades machen eine Menge Spaß!

Ihr braucht: 

Man findet viele verschiedene Anleitungen zu Sinnespfaden in Büchern oder dem Internet. Es werden viele verschiedene Materialien vorgestellt. Teilweise auch Elemente, die man sich im Baumarkt kaufen muss. Wir sind aber der Meinung, dass man Vieles mit Dingen herstellen kann, die man sowieso zuhause hat. Oder ihr beginnt eure Sinnesreise mit einem ausgiebigen Spaziergang durch die Natur. So könnt ihr eure Materialien zusammen im Wald suchen und sammeln. So spart man Ressourcen und schont den Geldbeutel. Außerdem macht es Spaß ein bisschen erfinderisch zu sein. 

Als Unterlage könnt ihr nutzen:

  • Vlies
  • Plane
  • Müllsäcke
  • Teichfolie
  • Usw. 

Als Begrenzungen könnt ihr nutzen:

  • Holzbretter
  • Alte Autoreifen
  • Große, flache Tontöpfe
  • Usw.
  • Steine
  • Pflaster

Oder ihr arbeitet einfach ohne Begrenzung 

Als Sinnesmaterial könnt ihr nutzen: 

  • Kieselsteine
  • Rindenmulch
  • Tannenzapfen
  • Sand
  • Erde
  • Wasser
  • Holzstöcker
  • Holzscheiben
  • Gras
  • Findlinge 
  • Muscheln 
  • Moos
  • Laub 
  • Gitterrost 
  • Pflastersteine
  • Usw. 
  • Kräuter
  • Korken
  • Matsch

Natürlich kann man das Ganze auch in der Wohnung aufbauen. Hier können auf einer Unterlage, wie z.B. Müllsäcken ebenso mit Naturmaterialien gearbeitet werden. Aber auch mit Haushaltgegenständen ist der Sinnespfad umsetzbar:

  • Reis
  • Tücher 
  • Watte
  • Zerknülltes Papier
  • Korken
  • Legosteine
  • Usw.

So geht’s: 

  1. Überlegt euch, wie viele Felder ihr haben wollt. Am besten macht ihr mindestens 7 Felder, damit es nicht zu eintönig wird. Bei beispielsweise 7 Feldern solltet ihr also auch 7 verschiedene Materialien nutzen.
  2. Überlegt euch wie groß jedes Feld werden soll. Macht sie nicht zu klein, damit man auch gut über das Material laufen und es wahrnehmen kann.
  3. Wenn ihr euch für die Anzahl und die Größe entschieden habt, fangt an die Fläche, die zum Sinnespfad werden soll, auszulegen. Das könnt ihr mit Folie oder anderen undurchlässigen Materialien machen.
  4. Nun baut die Begrenzungen der Felder. Ihr könnt aus Kanthölzern Quadrate hämmern, alle Elemente in Autoreifen füllen oder alle einfach so ohne Begrenzung auf eure Unterlage legen. Vielleicht habt ja auch ihr ein paar neue Ideen. 
  5. Füllt die Felder mit euren Materialien, achtet dabei auf Abwechslung. Nach ein, oder zwei Feldern mit weichen Materialien eigenen sich als nächstes härtere Materialien.
  6. Am Ende des Pfades bietet es sich an ein Element zum Schmecken zu gestalten, um wirklich keinen der Sinne zu vernachlässigen. Hier bietet sich ein kleines Kräuterbeet oder einfach ein kleiner Kräutertopf an. 
  7. Wenn alles fertig ist, kann es losgehen! 
  8. Geht langsam und bewusst über den Weg! Bei der zweiten Runde geht barfuß rüber. Mit Partner*in könnt ihr auch mit verbundenen Augen herübergehen, wenn ihr an der Hand geführt werdet.
  9. Wichtig ist es zu versuchen alles ganz bewusst wahrzunehmen.

Viel Spaß! 

Sinnliche Wahrnehmung: Was passiert im Gehirn?

Die Sinnesorgane vermitteln Informationen, die das Gehirn sortiert und ordnet. Daraus entstehen Wahrnehmungen von Farben, Formen, Tönen, Geschmack, Geruch, Empfindungen und Lernprozesse. Intensive Sinnesreize regen die Neuronen an, Brücken auszubilden. Jede neue Verbindung fügt neue Elemente zu den sensorischen und motorischen Möglichkeiten des Kindes hinzu. Mehr Nervenverbindungen bedeuten größeres Lernvermögen. Und das macht wahre Intelligenz aus.

Quelle: Jean Ayres: Bausteine der kindlichen Entwicklung, S. 64 f.

Sinnespfad

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.